Die Heileurythmie
Die Heileurythmie ist eine aktive Bewegungstherapie, die seit über 80 Jahren erfolgreich angewandt wird. Neben vielfältigen Indikationen bei chronischen, akuten und degenerativen Erkrankungen eignet sie sich auch zur Prophylaxe und zur Nachsorge. Der Heileurythmie liegt die von Rudolf Steiner seit 1912 begründete Eurythmie zugrunde. Diese orientiert sich an den Elementen der Sprache und der Musik, die in gestaltete und seelisch differenziert erlebte Bewegung umgesetzt werden. Jedem Konsonant und Vokal, jedem Ton und Intervall entsprechen dabei eigene Bewegungen. In ihrer insgesamt 5 ½ jährigen Ausbildung lernen Heileurythmisten, entsprechend dem vom Arzt diagnostizierten Krankheitsbild einzelne dieser Laute und Gesten auszuwählen und diese intensiv gemeinsam mit dem Patienten zu üben. Heileurythmische Übungen werden mit dem ganzen Körper als Raumformen, mit Armen und Händen, Beinen und Füßen als Gebärden ausgeführt und durch Schritte und Sprünge ergänzt. Heileurythmie ist auch im Sitzen oder Liegen möglich, sogar mit schwerkranken oder intensivmedizinisch behandelten Patienten. Sie wird bei Kindern ab dem Säuglingsalter eingesetzt und kann helfen, Entwicklungsschritte zu unterstützen und Verhaltensauffälligkeiten zu harmonisieren. Durch das eigene Üben wird die Persönlichkeit gestärkt und zur Selbsthilfe angeregt. Die Übungen wirken entspannend, stabilisierend oder regulierend auf alle Vorgänge im Organismus, auf Kreislauf und Atmung, auf Stoffwechselvorgänge, allgemeine Beweglichkeit und Gleichgewicht und auf das seelische Befinden. Damit erreicht die Heileurythmie sowohl die körperlichen als auch die seelischen und geistigen Anteile im Menschen.
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